Immer wieder bringen sogenannte „Klimaskeptiker“ Argumente hervor, die die Erderwärmung verharmlosen oder den Einfluss des Menschen auf diesen leugnen. Folgende offenen Fragen, widerlegte Ansichten oder Fälschungen diesbezüglich werden hier erläutert:
- Forscher verstehen die Zusammenhänge noch nicht ausreichend.
- Stimmt, jedoch sind gerade deshalb die Prognosen eher vorsichtig.
- Der menschliche CO-Ausstoß ist zu gering, um Auswirkungen auf das Klima zu haben.
- Das CO2, das auf natürlichen Weg entsteht, wird auch wieder auf natürlichem Weg gebunden. CO2, welches durch Verbrennung von fossilen Energieträgern frei wird, jedoch nicht.
- CO2 macht nur einen Bruchteil der Atmosphäre aus.
- Eine Steigerung von 0,03% auf 0,04% führte zu einer mittleren Erderwärmung von 0,8°C.
- Kritisch wird es doch erst ab 2°C.
- IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) sagt im besten Fall einen Temperaturanstieg von 1,8°C bis 2099 voraus. Dabei sind schon die trägen Veränderungen der Ozeane und der Atmosphäre mit einberechnet, die durch bereits emittierem CO2 und laufende Kraftwerke etc. hervorgerufen werden. 2°C ist die Grenze der Temperaturerhöhung, die noch nicht zu irreparablen Schäden führt. Wenn schnell gehandelt wird, kann also der Klimawandel in vertretbaren Bahnen gehalten werden.
- Früher war es zum Teil viel wärmer.
- Aussagen über die „Mittelalterliche Warmzeit“ sind veraltet oder schlichtweg falsch. Vor 55 Millionen Jahren gab es jedoch tatsächlich einen Temperaturanstieg um 5 bis 6°C über mehrere tausend Jahre, der die langsame Anpassung vonTieren und Pflanzen erlaubte, und außerdem lebten damals nicht hunderte von Millionen Menschen an Küstengegenden oder in Trockengebieten.
- Die Sonne ist schuld.
- Die These der zunehmenden Sonnenaktivität ist widerlegt: Messreihen aus Davos zeigen eine Abnahme der Sonnenaktivität in den letzten 20 Jahren.
- „Globale Erwärmung“ ist kein passender Begriff für kälter werdende Meere oder die Antarktis.
- „Globale Erwärmung“ bedeutet nicht, dass es überall auf der Welt um 0,8°C wärmer wird, sondern, dass sich das Klimasystem in einem instabileren Zustand bewegt, als wir ihn kennen. Durch veränderte Luft- und Wasserströmungen kommt es in Teilgebieten tatsächlich zu Abkühlungen, wie im Innern der Antarktis. Andere Werte, die zum Beispiel eine Abkühlung der Ozeane zeigten, beruhten auf Messfehlern von Satelliten, Wetterballons und Messflößen.
- Atomkraft hilft.
- Der maximale Anteil des Nuklearstroms am Gesamtbedarf der Elektrizität könnte von jetzt 16 auf 18% bis 2030 ausgebaut werden. Dies wäre kein großer Schritt, um den Klimawandel zu bremsen.
Quelle: TAZ, 4.12.2007, S.5 „Fast alles widerlegt“